Sterne erleben Flims 2022 - Fortsetzung

 

„Vergiss nicht, [weiterhin] empor zu den Sternen zu blicken, anstatt hinab auf deine Füsse“ (Stephen Hawking).

Für diejenigen, die noch mehr Astronomie erleben möchten

In den letztjährigen Sternenkursen gab es Jugendliche, die sich gerne noch länger mit den Sternen und Planeten beschäftigen wollten. Aus diesem Grund ist dieser Fortsetzungskurs entstanden. Neueinsteigerinnen und -einsteiger sind jedoch ebenfalls herzlich willkommen.

Was du vor dem Kurs schon beobachten kannst

Hier und via Mail an deine persönliche Adresse informieren wir dich darüber.

Die sichtbaren Planeten zeigten uns dieses Jahr ein besonderes Schauspiel

Jupiter und Saturn

Am 21. Juni morgens um 03:30 Uhr war von Beatenberg aus Folgendes zu sehen: Ganz rechts beim Pfeil siehst du den Planeten Saturn, weiter links steht der Mond, beim nächsten Pfeil ist der helle Jupiter auszumachen und dann folgt beim nächsten Pfeil noch der rötliche Mars. In unserem Kurs werden wir Saturn und Jupiter am Abendhimmel auch noch beobachten können. Die anderen Planeten sind dann schon zu weit gewandert, Venus wird sich dann sogar hinter der Sonne aufhalten (Foto: hh).

Schaut man etwas weiter nach rechts (Süden), so sieht man, dass sich Saturn beim Schwanz des Steinbocks aufhält (Foto: hh).

Im Kurs werdet ihr euch intensiv mit den Planeten beschäftigen.

Jupiter und Saturn

Vielleicht erinnerst du dich noch, dass kurz vor Weihnachten 2020 Jupiter und Saturn noch rechts vom Steinbock  nahe beisammen standen, weshalb sie zusammen fast wie der Weihnachtsstern aussahen. Vergleiche einmal mit darüberliegendem Bild. Wie weit ist Saturn in den letzten anderthalb Jahren gekommen. Am 18. Dezember 2020 hielt sich übrigens auch noch der Mond im Steinbock auf (Foto: hh).

Vielleicht erinnerst du dich noch, dass auch auf der 20-Franken-Banknote die Planeten aufgeführt und viele Sternbilder abgebildet sind.

Vielleicht haben deine Eltern das SNB-App «Swiss Banknotes» (Schweizerische Nationalbank) bereits heruntergeladen. Damit kannst du nämlich die Sternbilder auf einer Himmelskugel betrachten. Zuerst erscheinen nur die Sterne und danach werden diese durch Linien zu Sternbildern verbunden.

Wir bereiten uns auf die partielle Sonnenfinsternis vom 25. Oktober 2022 vor

Rund eine Woche nach dem Kurs werdet ihr über Mittag eine partielle Sonnenfinsternis beobachten können. Partiell heisst, dass die Sonne nur zum Teil abgedeckt wird und zwar ungefähr so viel, wie dies in der unten stehenden Fotomontage dargestellt ist.

Fotomontage: Die maximale Grösse (auch Magnitude genannt) der Sonnenfinsternis wird in der Schweiz 0.30 betragen. Für die Älteren: Die Magnitude ist das Verhältnis vom durch den Mond bedeckten Anteil des Sonnendurchmessers zum Sonnendurchmesser. Die maximale Verfinsterung wird um ca. 12:10 Uhr erreicht. Die Verfinsterung beginnt rund eine Stunde früher und ist eine Stunde später zu Ende.

Achtung: Ihr dürft auf keinen Fall die partielle Finsternis ohne Schutz beobachten. Ihr werdet im Kurs eigene Schutzbrillen zusammenbauen.

2015 fand eine totale Mondfinsternis auf Spitzbergen statt. Total bedeutet, dass der Mond die Sonne für kurze Zeit vollständig abdeckt. Ihr werdet über totale Sonnen- aber auch Mondfinsternisse mehr erfahren. Die nächste totale Sonnenfinsternis, die von der Schweiz aus beobachtet werden kann, findet übrigens erst im Jahre 2081 statt.

 

 

Dass wir im Norden manchmal so schöne Polarlichter (Nordlichter) erleben können, hat ebenfalls mit der Sonne zu tun. Wir werden uns auch mit diesem faszinierenden Phänomen beschäftigen. Das wunderschöne Bild rechts von einem Nordlicht wurde letztes Jahr von Nina Fontana gezeichnet. @Nina: Vielen Dank, dass wir das Bild brauchen dürfen.

Auf dem Kometen Tschuri würde ein 200 kg schwerer Bär nur 8 Gramm Gewicht spüren

Wie viel Gewicht würdest du auf dem Kometen spüren?

In der Tat landete vor kurzem zum ersten Mal eine Sonde (Lander Philae genannt) auf dem Kometen Tschuri. Unglaublich! Die Reise zum Kometen dauerte übrigens 10 Jahre! Wir werden dieses faszinierende Unterfangen genauer anschauen.

Fotomonage! Ein Bär auf dem Kometen Tschuri würde sich ungefähr so leicht fühlen wie der abgebildete Ballon auf der Erde (8 Gramm). Dies muss ein unglaublich, leichtes und beschwingtes Gefühl sein.

Bild links (Fotomontage!):

Zu sehen ist hier die Ariane 5G+ Rakete (54 m hoch und rund 750’000 kg schwer). Sie muss so viel Treibstoff tanken, damit sie die Raumsonde Rosetta mit dem Lander Philae überhaupt von der Erde wegbringt.

Abgebildet ist noch Rosetta und Philae. Rosetta ist einmal abgebildet, wo die Sonnensegel noch zusammen gelegt sind (damit sie in der Rakete überhaupt Platz haben) und einmal mit ausgebreiteten Sonnensegeln. Der kleine Knirps ist der Lander Philae. Er ist nur 1 m x 1 m x 1 m gross, oder besser gesagt klein.

Dies ist ein echtes Bild des Kometen Tschuri. Aufgenommen hat das Foto die Raumsonde Rosetta. Tschuri ist nur etwa 4 km lang.

Fotomontage! Damit man sich etwa vorstellen kann, wie gross (oder klein?) Tschuri ist, ist er hier zusammen mit Los Angeles abgebildet.

Kathrin Altwegg von der Uni Bern leitete das Experiment Rosina. Bei diesem Experiment ging es v.a. darum zu bestimmen, aus welchem Material der Kometenschweif besteht. Kathrin Altwegg meinte: „Der Komet stinkt!“ Wie sie das meint, werden wir herausfinden!

Frau Altwegg kann uns in Flims leider nicht besuchen, da sie dann in den Ferien sein wird. Fragen können wir ihr aber trotzdem stellen.

In der teilweise erneuerten Raumfahrtausstellung im Verkehrshaus Luzern ist im oberen Stock ein Prototyp des wichtigsten Messgerätes des Experiments Rosina zu studieren. Ebenfalls befindet sich dort eine Holzstatue von Kathrin Altwegg sowie ein Film über sie.

Etwas für die Älteren unter euch: Frau Altwegg hat in einem Interview jungen Frauen Folgendes mitgegeben: „Wagen Sie Dinge und schlagen Sie nicht unbedingt den nächsten, einfachsten Weg ein. Suchen Sie sich den richtigen Chef/ die Chefin, der /die an Sie glaubt und heiraten Sie jemanden, der Ihnen genug Freiraum lässt und Sie in Ihrem Tun unterstützt.“

Im Planetarium des Verkehrshauses Luzern gibt es eine Vorführung über die Abenteuer von Rosetta und Philae. > Mehr

Vielleicht bauen wir Rosetta und Philae als Modelle und verfilmen mit ihnen das Gelernte.

dank einer unglaublichen Teamleistung kam die apollo-13-crew heil auf die Erde zurück

Mit der bemannten Weltraumfahrt und der Schwerelosigkeit geht es weiter. Insbesondere die geglückte Rettung der Apollo-13-Crew werden wir unter die Lupe nehmen und mindestens Teile des Films Apollo 13 von Ron Howard zusammen anschauen. In der Mondlandefähre, die quasi als Rettungsschiff diente, stieg der CO2-Gehalt gefährlich an. Es ist möglich, eine CO2-Warnlage mit dem Calliope mini zu programmieren (siehe rechtes Bild). Diese Warnanlage meldet auch, wenn ein Zimmer wieder gelüftet werden sollte.

Was mit dem Calliope mini und vor allem mit Ausdauer und Teamgeist zu erreichen ist, haben kürzlich die Astronuts aus Willisau bewiesen. Carmen Heller, Elia Isenschmid, Theo Koller, Jorina Wyss mit der Lehrerin Franziska Schär haben an einem internationalen Wettbewerb mitgemacht und gewonnen. Das heisst, das von ihnen entwickelte Calliope-mini-Experiment ist auf die internationale Weltraumstation ISS geflogen worden. Dort wird im Juli dieses Jahres das Experiment durch die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti durchgeführt und die Schülerinnen und Schüler werden anschliessend die Daten auswerten. > Hier kannst du mehr über dieses faszinierende Projekt erfahren!

Die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti, die auch sehr gut Deutsch spricht, hat das Experiment der Astronuts auf die Internationale Raumstation ISS mitgenommen und wird es dort durchführen. Samantha Cristoforetti ist eine sehr engagierte Astronautin, die sich intensiv dafür einsetzt, dass Kinder viele spannende Angebote im MINT-Bereich ausprobieren können.

Nordlichter – Orionnebel – Sternengeburt – Schwarze Löcher…

Ausgehend von Fragen wie: Was hat das Leuchten einer Gasentladungslampe mit dem Leuchten des Orionnebels gemeinsam? dringen wir auch zu anderen Fragen vor wie: Wie entstehen Sterne? Aus was bestehen sie? Was ist ein schwarzes Loch und wie ensteht es?…

Am 1. März 2017 konnte auf Island ein wunderschöner Nordlichtsturm bestaunt werden.

Beim Aufnehmen dieses Bildes vom Orionnebel wurde 30 Minuten belichtet. Im Orionnebel entstehen neue Sterne.

Man geht davon aus, dass im Zentrum unserer Milchstrasse ein schwarzes Loch liegt (Sternbild Schütze).

Nachtexkursion nach Falera

In Falera werden wir unser Nachtessen bräteln und danach eine Nachtexkursion mit eigenen Geräten (u.a. Feldstecher) erleben.

Spät in der Nacht wandern wir zu unserem Nachtlager in die Jugi Laax (Via Grava 45, 3.4 km) und entdecken dabei am Nachthimmel noch weitere Sternbilder und Himmelsobjekte.

Dieses Bild wurde im letztjährigen Kurs auf dem Brätliplatz in Falera aufgenommen. Im Hintergrund, knapp über dem Horizont, ist noch die helle Venus auszumachen (Foto: Céline Rauber).

Übernachten und Morgenessen werden wir wieder in der Jugi Laax

In der Jugi dürft ihr selbst bestimmen, mit wem ihr das Zimmer teilen wollt. Unten sind die Teilnehmenden des letzten Jahres abgebildet. Vielleicht bist du ja auch auf dem Bild.

eine Auswahl möglicher Themen

Du wirst unter anderem

    • weitere Sternbilder und deren Geschichten kennen lernen
    • den Lauf der sichtbaren Planeten studieren und verstehen
    • dich auf die partielle Sonnenfinsternis vom 25. Oktober 2022 vorbereiten
    • verstehen, was bei einer totalen Sonnenfinsternis vor sich geht
    • die lange Reise von der Sonde Rosetta zum kleinen Kometen Tschuri und die Landung von Philae besser kennen lernen und verstehen. Dabei wirst du auch die Wissenschaftlerin Kathrin Altwegg kennen lernen (leider nicht persönlich)
    • eventuell ein vereinfachtes Modell von Rosetta und Tschuri bauen und die Reise und Landung damit nachspielen
    • einfache Modelle bauen (z.B. Tischplaneterium)
    • die unglaubliche Leistung der Apollo-13-Crew kennen lernen, als in ihrem Raumschiff fast der ganze Versorgungsteil explodierte
    • das Experiment des Schülerinnen- und Schülerteams Astronuts kennen lernen, das in der Internationalen Raumstation ISS auf die Durchführung wartet. Das Experiment von der Astronautin Samantha Cristoforetti durchgeführt
    • Weltraumexperimente, die Samantha Cristoforetti vorführt, verstehen lernen und zu Gegebenheiten auf der Erde in Verbindung bringen
    • die Faszination von Nordlichtern kennen lernen und Verbindungen zum wunderschön rot leuchtenden Orionnebel machen können
    • etwas über das Sternenleben erfahren und in diesem Zusammenhang auch etwas über Supernovas und Schwarzen Löchern lernen
    • im Park La Mutta dein Wissen über die megalitische Kulturstätte erweitern
    • auf der Nachtexkursion in Falera mit eigenen Geräten (u.a. Feldstecher) den Nachthimmel erkunden (u.a. Jupiter, Saturn, Sternenhaufen im Herkules, Andromedanebel…
    • falls du eine Fotokamera mitnehmen kannst, selbst Sternbilder und den Jupiter fotografieren

Selbstverständlich werden wir versuchen, möglichst viele deiner vorgängig eingebrachten Wünsche einzubauen.

Wer wir sind

hh

Heinz Hofer

Ich bin seit der 3. Klasse fasziniert von den Phänomenen des Nachthimmels.

elisabeth

Elisabeth Jahnke

Von klein auf faszinieren mich Sterne, Mond und Planeten. Ich freue mich darauf, mit dir den Nachthimmel zu erforschen!

Céline Rauber

Emilia Boeschoten

Folgt

Ruth

Ruth Hofer

Folgt

Aktualisiert am 26.06.2022 / heinz.hofer[ät]quicknet.ch