Zurück in die Polarnacht

130206_DSC00855Seit vierzig Jahren sind Heinz und ich ein Paar. In dieser doch langen Zeit sind wir noch nie gemeinsam geflogen; also auf die Nase schon etliche Male aber noch nie mit einem Flugzeug. Heute Mittag bestiegen wir in Tromsö ein Flugzeug der SAS und flogen nach Spitzbergen (Svalbard). Bei allerschönstem Wetter erlebten wir einen grandiosen Flug und meine ganze grosse vorherige Angst war umsonst gewesen. Ich weiss, ich habe in diesem Blog schon viel mit Superlativen um mich geworfen, aber diesen kleinen Teil der Erde von oben sehen zu dürfen, war gewaltig schön.

130206_DSC_3365_DxO_130206_longyearbyen130206_DSC_3393_DxO_130206_longyearbyen130206_DSC00869_2Auf Spitzbergen leben rund 2500 Einwohner und etwa 3000 Eisbären. Innerhalb der Siedlung Longyaerbyn, wo wir nun bis Montag leben, ist man sicher vor diesen mächtigen Tieren, aber sobald man sich ausserhalb des Ortes in der Natur bewegt, ist man bewaffnet. Also wir kaufen uns jetzt kein Gewehr:-) Falls wir etwas unternehmen, dann nur mit einem kundigen und bewaffneten Führer.

Und wieder ein paar Nordlichter

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Gestern Abend wurden wir von Stefan zum Pizzaessen in der Stadt eingeladen. Weil wir ihn ab und zu auf unsere Exkursionen mitgenommen hatten, dankte er uns dies mit dieser feinen Einladung. Bei leckerer Pizza im EGON stärkten wir uns für den Abend. Als wir dann  losfuhren, blinkten erst wenige Sterne am Himmel, weil es bewölkt war, aber oben auf einem etwa 200m hohen Pass sahen wir die Nordlichter ganz fein zwischen den Bergen erscheinen. Zwischenhinein windete es böenartig und der Schnee wurde zünftig umher geweht, so dass man sich irgendwo im Hochgebirge wähnte.
Nach einer Schokoladenpause fotografierten die beiden Männer noch etwas weiter, aber als dann die Wolkenschicht zu dick wurde, kehrten wir wieder auf den Campingplatz zurück und verabschiedeten uns von Stefan, der, wenn er dies liest, bereits wieder in der Schweiz ist. Und wir, wir dürfen immer noch bleiben! So schön 🙂

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Heinz am Arbeiten…

…und ich unterwegs 🙂 Auf meinem Weg vom Camping über die Brücke nach Tromsö mache ich mal im Hafen der Stadt halt. Auch hier gibt es so viel Neues, Andersartiges zu sehen. Diese Zeit geniesse ich sehr; einfach nur schauen, ab und zu etwas fotografieren, Zeit haben…ein grosses Privileg – ich weiss!!
Gestern Abend fuhren wir wieder raus zum Nordlichter schauen, aber da sie nicht sehr kräftig waren und die Wolken etwas gar dicht, kehrten wir nach zwei Stunden wieder „nach Hause“ zurück und ich kroch mal vor Mitternacht in meinen Schlafsack 🙂

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Die Sonne hält sich bisher nicht an die Prognosen

Aus den Aufzeichnungen der NASA ist zu entnehmen, wie hoch die Peaks vor 11 Jahren waren und wie die Sonne sich nun, wo sie nach den zyklischen Berechnungen auf einem Höhepunkt der Aktivitäten sein „sollte“, verhält. Ich spüre, dass Heinz langsam etwas nervös wird, sind die Fotos der Nordlichter doch ein beträchtlicher Teil seines Projekts. Während ich dies schreibe, hat er wieder eine „Sitzung“ per Skype mit Bern. Den Kontakt zu seiner Arbeitsstelle hält er aufrecht und sobald es dunkel wird, bearbeitet er Bilder, entwickelt Ideen, denkt, studiert…Eben Heinz live 🙂

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Und das auf 300 m über Meer…

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Wir haben uns angewöhnt, bei schönem Wetter und während den hellen Stunden etwas draussen zu unternehmen. Im Moment ist Schneeschuhlaufen Trumpf. Heute schien mir zum ersten Mal die Sonne direkt ins Gesicht. Bei den kalten Temperaturen und dem tiefen Sonnenstand ist es noch nicht warm, trotzdem ist das ein schönes Gefühl.

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Wir befinden uns nicht etwa im Hochgebirge, sondern wandern ganz gemütlich eine Stunde einen Hang hoch. „Oben“ angekommen, bietet sich uns dieses Panorama!!

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Beim Zurückwandern sehen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang, und das um 13:30 Uhr.
Was sind wir doch für Glückspilze 🙂

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Überraschende Begegnung

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130131_elch_DSC_0113130131_ruth_stefan_DSC_0127Heute fuhren wir -zusammen mit Stefan- nach dem Morgenessen auf eine der unzähligen Inseln rund um Tromsö, um einmal in der Nähe des Meeres Schneeschuh zu laufen. Während der Fahrt entdeckten wir im Gebüsch einen Elch! Wir hielten an und beim genaueren Hinsehen sahen wir das zweite und das dritte Tier. Es war ein Weibchen mit ihren zwei Jungen! Als wir uns umdrehten, merkten wir, dass wir wohl schon längere Zeit von einem Elchbullen beobachten worden sind! Als dann ein Auto kam, zottelte die Elchfamilie tiefer ins Gebüsch und verschwand. Beim Laufen sahen wir sie noch ein paar Mal von weitem. So schön!!!
Bei der Heimfahrt machten wir noch Halt bei einem Vildmarkssenter, wo 280 Schlittenhunde und ihre Betreuer leben, die Hundeschlittenfahrten anbieten. Es war eine riesige Aufregung bei den Hunden, da einige von ihnen grad eingespannt wurden. Und ganz offensichtlich hätten das gerne all dieser Huskies getan 🙂

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Weil Heinz heute Bürotag hat…

130130_sweat…wandere ich von unserem Camping aus vorbei an der Tromsdalen Schule :-), der Eiskathedrale, über die grosse Brücke, von der aus ich grad ein Hurtigrutenschiff einlaufen sehe und rein in die Stadt. Ich schlendere in den Läden herum; es ist SALG – Ausverkauf und ich muss mich sehr zusammenreissen, dass ich keine schönen Schuhe oder Kleider kaufe. Brauchen könnte ich ja immer etwas Neues ;-), aber angesichts unserer prekären Platzverhältnisse im Bus habe ich mich bremsen können und nichts eingekauft! Stimmt jetzt aber doch nicht so ganz, denn für Heinz habe ich ein Espressotassli mit Sternen gefunden.Natürlich hat es auch Läden, wie sie in der Schweiz zu finden sind, jedoch finde ich immer wieder auch kleine, hübsche Lädeli mit schönen Sachen zum Schauen. Die Preise sind jedoch wie bei fast allem in Norwegen happig. Aber schauen kostet ja nichts 🙂

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Ich habe diese Stunden genossen und fühle mich hier in diesem Land, in dieser Gegend sehr wohl!