Tretschlitten oder Schneescooter?

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Diese Tretschlitten habe ich vor der Schule in Tromsdalen, ganz in der Nähe unseres Campings, fotografiert. Viele Kinder fahren mit diesen Schlitten zur Schule.  Auf einer gerillten Stelle der sehr langen Kufen stehst du mit dem einen Fuss und mit dem anderen Bein machst du Tempo. Die Sitzfläche ist reserviert für den Schulsack oder ein Gspänli, welches das Glück hat, umherchauffiert zu werden:-)
Aber auch Erwachsene benützen diese Schlitten, um von A nach B zu kommen oder um die Einkäufe zu transportieren. Was mich jeweils besonders berührt, sind alte Menschen, die den Tretschlitten wie einen Rollator benützen…so schön!!!

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Ganz anders sah es in Lonyearbyen vor dem Schulhauseingang der Oberstufe aus. Zuerst dachten wir, dass die Lehrkräfte so zur Schule kommen, aber als wir einige Minuten warteten, sahen wir, dass dies Schüler waren (so im Alter unserer Oberstufenschüler), die mit diesen Gefährten angebraust kamen. Alle trugen übrigens ganz gute Helme auf dem Kopf (und nicht am Arm oder beim Lenker ;-). Schülerinnen als Lenkerinnen sahen wir in diesen Momenten keine.

Nun werden wir aber wirklich verwöhnt…

…mit Nordlichtern!! Fünf Nächte in Folge verbrachten wir stundenlang staunend unter dem freien Himmel. Es ist schwierig zu beschreiben, was so unglaublich faszinierend an diesen Nordlichtern ist. Man bekommt glaub ich nie genug davon, weil sie immer wieder in überraschend neuen, anderen Formen erscheinen: als farbiger Nebel, als Spiralen, als grünes Feuerwerk, das vom Himmel fällt, als tanzende Elfen,… Heute gingen wir von unserem Beobachtungsplatz nach etwa drei Stunden weg, schauten auf dem Weg zum Auto nochmals zum Himmel und sahen wieder ein extrem schönes Schauspiel – und dies, nachdem wir das Gefühl gehabt hatten, die „Vorführung“ wäre zu Ende…

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@Ruedi und  Silvia : Wir danken euch ganz, ganz herzlich für die süsse Überraschung aus der Schweiz, die uns Hannes heute gebracht hat. Das war eine ganz schöne Begegnung!!

Die Nordlichter von Spitzbergen…

…sind nun auch für euch zu sehen 🙂 Wir hoffen, euch damit einen weiteren kleinen Einblick in die Faszination der Nordlichtbeobachtung geben zu können. Die Radarstation, die auf einigen Bildern zu sehen ist, unterstützt die Nordlichtforschung von Spitzbergen, die ganz in der Nähe stationiert ist. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim Anschauen

> zur Fotoserie Spitzbergen I (bitte anklicken!)

Dem Sonnenuntergang entgegen

Gestern pünktlich um 14:45 starten wir in Longyearbyen zu unserem Rückflug. Sobald wir über den Wolken waren, sahen wir für eineinhalb Stunden die Sonne untergehen, was ich von meinem Fensterplatz aus sehr geniessen konnte. Sicher ist das für Vielflieger kein spezielles Erlebnis mehr, aber wir beide waren schon sehr beeindruckt!

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Als wir dann „zuhause“ auf dem Camping ankamen, heizten wir zuerst einmal unseren VWBus auf. Bei einer Aussentemperatur von minus 13 Grad (der Platz ist am Ende eines Tals und oft viel, viel kälter als zwei, drei Kilometer weiter vorn) waren unsere Lebensmittel steinhart gefroren: Mandarinen, Kartoffeln, Rüebli, Randensalat hätten wir als Waffe benützen können. Das Olivenöl und das Mineralwasser tauten wir an der Standheizung auf 🙂
Nachdem wir alles wieder aus-und neu eingeräumt hatten, fuhren wir raus (das Auto startete perfekt, da die Batterie am Strom angeschlossen gewesen war).  Der Himmel war sternenklar und …ja, wir sahen wieder eindrückliche Nordlichter…
Heinz hat heute einen Arbeitstag, versucht, die vielen, vielen Fotos zu ordnen und zu bearbeiten und treibt die Arbeit an seinem Projekt voran. Und ich habe Zeit für Tromsö City, Blog, Mails, Wäsche, kochen…

Auf Spitzbergen gibt es weniger häufig Nordlichter als in Tromsö…

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…so kann man dies eigentlich in der Literatur lesen. Spitzbergen liegt zu nördlich und somit nicht  mehr im engeren Nordlichtgürtel. Deshalb musst du hier den Blick auch nicht nach Norden richten, wenn du diese Lichter sehen möchtest, sondern ungewöhnlicherweise nach Süden. Gestern gingen wir trotz Schneefall und starkem Wind immer wieder nach draussen und wurden zwischen 21Uhr und 23Uhr mit einem Lichtspektakel der allerwunderschönsten Art verwöhnt. Das blaue Licht links im Bild  stammt von einer beleuchteten Kohleumladestation, die nicht mehr im Betrieb ist.
Heute heisst es Abschied nehmen von dieser faszinierenden Insel und zum zweiten Mal in kurzer Zeit in den Flieger steigen… Läge Spitzbergen nicht so weit entfernt von der Schweiz, würde man uns wohl schon bald wieder hier antreffen 🙂

„Dieses Geschenk an die Menschheit…

…und Symbol des Friedens wird eine Quelle der Inspiration und Unterstützung für zukünftige Generationen sein.“ (BAN KI-MOON, UN-Generalsekretär)
Was ihr hier seht, ist der Eingang zum Globalen Saatguttresor auf Spitzbergen. Im Februar 2008 hat die Regierung Norwegens dieses Gebäude eröffnet. Das Gewölbe dieses Baus ist 150 Meter tief in den Permafrostboden (-18Grad) gebaut und bietet Platz für 4.5 Millionen Samensorten. In den ersten drei Jahren wurde rund eine halbe Million Samensorten aus aller Welt eingelagert.

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Ein Schweizer Geschäftsmann auf Spitzbergen

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Gestern bei unseren Erkundigungen trafen wir einen Schweizer Guide, der mit Touristen unterwegs war. Als er uns sprechen hörte, nahm er sogleich Kontakt mit uns auf. Wir verabredeten uns für den Nachmittag, um bei einem Kaffee noch etwas mehr über Spitzbergen zu erfahren. Das war sehr interessant, was Marcel alles zu erzählen hatte von diesem Ort, in welchem er seit zweieinhalb Jahren lebt und nun sein eigenes Geschäft für Outdoor-Aktivitäten aufgebaut hat. Auch für Vorträge(z.B. an Schulen) ist er immer noch ab und zu in der Schweiz. Seine Kontaktdaten hätte ich, falls es jemanden interessiert.

Longyearbyen auf Spitzbergen

130209_DSC01146Dieses Schild begrüsst die ankommenden Touristen beim Flugplatz in Longyearbyen auf Spitzbergen. Das Schild ist an einem symbolischen Wegweiser angebracht, auf welchem die Distanz zum Nordpol angegeben ist: nur noch 1309 km!!
Die Warnung wegen den Eisbären nehmen wir wirklich ernst und haben deshalb für vier Tage ein Auto gemietet, damit wir bei Nordlicht – Alarm:-) raus fahren können. Auf schneebedeckter Strasse mit Spikes zu fahren, macht ganz offensichtlich Spass, wenn ich so meinen Chauffeur anschaue!!

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Auch der nördlichsten Kirche der Welt statteten wir einen Besuch ab. Eine einfache, warme, heimelige Holzkirche, in welcher der Organist gerade am Üben von Gospelsongs war. So setzten wir uns ein Weilchen hin, hörten zu und dachten mit Dankbarkeit über unsere bisherige Reise nach.

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Nun wissen wir auch, wozu diese Holzpfähle dienen: Longyearbyen befindet sich auf Permafrostboden, der im Sommer höchstens einen Meter tief auftaut. Würde man die Häuser wie bei uns unterkellert bauen, würde die Wärme des Hauses den Boden auftauen und das Haus geriete in Schieflage. So stehen alle Häuser auf Holzpfählen, die wiederum mit Holz „verkleidet“ werden.

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Nach einem eigens für diesen Ort entwickelten Farbkonzept sind die Häuser extrem schön farbig bemalt. Auf der Foto ist dies nicht gut zu sehen, da es hier einfach noch zu dunkel ist. Die Polarnacht endet am 18. Februar.

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Ein Einwohner von Longyearbyen erklärte uns mit einem Augenzwinkern, dass hier etwa 2500 Menschen leben und 3000 Schneescooter umherflitzen 😉

 

Ein altes bewährtes Fortbewegungsmittel…

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… sind die Schlittenhunde. Weil wir -wie bereits erwähnt- kein Gewehr bei uns haben und trotzdem die riesigen Weiten der schneebedeckten Tundra ein klein wenig erkunden wollten, haben wir beim Villmarksenter eine Fahrt mit Schlittenhunden gebucht. Wir durften die fünf Hunde für unser Gespann mit Hilfe des Mushers selber „gschirren“ und Heinz war danach der Führer des Schlittens mit mir als kostbare Fracht;-) Knapp eineinhalb Stunden fuhren wir bei eisiger Kälte dick eingepackt  bei heller Morgendämmerung (zwischen 11Uhr und 13Uhr) über den Schnee, vorbei an Rentieren, Gletschern, die in der Ferne schimmerten, Bergen… Wir hatten ein ganz braves Hundegespann und so konnten wir beide die Fahrt geniessen. Und auch diesmal fragte ich mich zwischenhinein: Bist das wirklich du, die das gerade erlebt??

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130207_hunde_DSC00895Dank unseres sehr sympathischen Chefs wurde dieser Ausflug zu einem prägenden, unvergesslichen „Abenteuer“.
Und ganz nebenbei konnte ich etwas gegen meine Angst vor Hunden tun…Die Flugangst habe ich bereits am Mittwoch bekämpft!

 

Dank norwegischer Gastfreundschaft…

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…kamen wir gestern Abend in den Genuss allerwunderschönster Nordlichter!! Nachdem wir in Longyaerbyn auf Spitzbergen angekommen waren und uns eingerichtet hatten, ging ich im Dorf alleine spazieren, vorbei an schönen, kleinen, farbigen Holzhäusern und Schneescootern, wohin das Auge reicht. Als ich an den Himmel sah – Richtung Süden!!!! – entdeckte ich die ersten Nordlichter. Also telefonierte ich Heinz (natürlich hörte er das Handy nicht) ins Hotel , rannte zurück und überzeugte ihn davon, dass er unbedingt fotografieren kommen müsse. Er stellte die Kamera irgendwo auf der Strasse auf, bis ein Auto anhielt und dessen Lenkerin fragte, ob wir mit ihr an einen Ort fahren möchten, wo das Licht der Strassenlampen nicht stört. So kamen wir raus aus dem Dorf und bewunderten das geniale Schauspiel am Himmel während etwa einer Stunde.
Könnt ihr euch vorstellen, dass solche Bilder am Nachthimmel süchtig machen können?

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