Nach wie vor keine sternenklaren Nächte in Sicht

130121_wetterbericht…und der Wetterbericht verheisst keine Besserung. So gehen wir heute gross einkaufen und lassen uns dann einschneien  🙂

Am gestrigen Sonntag waren wir zum letzten mal am TIFF und haben uns einen schwedischen Film angeschaut. Diese Woche Filmfestival hat uns sehr gefallen und wir haben die vielen aufgestellten, zufriedenen Menschen um uns herum und die Filme sehr genossen. Nun geht es in Tromsö gleich mit einem nächsten Highlight weiter, denn nächste Woche beginnt das „northern light festival“ und da sind internationale Orchester zu hören und zu sehen. Da werden wir wohl passen, denn diese Eintrittspreise sind doch sehr hoch. Eventuell gehen wir an das Konzert eines schwedischen Orchesters, welches Astrid Lindgrens Kinderlieder spielt (Emil (Michel), Pippi, Karlson…) 🙂

Am Sonntag geht man in Tromsö…

… mit der Familie zum „Langläuflen“. Bei unserem Wandern durch die frisch verschneite Landschaft bei den Loipen und dem Tourweg begegneten uns viele Familien, deren Kinder schon eifrig und gut beim Langlauf mithalten. Die ganz Kleinen werden im Schlitten hinterher gezogen 🙂

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Und heute sahen wir zum ersten Mal, seit wir vor vier Wochen aus der Schweiz abgereist sind, die Sonne wieder. Zwar nur indirekt aber immerhin: die Berggipfel in der Ferne wurden für kurze Zeit von der Sonne beschienen. Sicher ist das für die Menschen, die hier jedes Jahr lange in der Polarnacht leben, ein speziell schöner Anblick.

Und plötzlich gab es eine kurze Aufhellung…

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Wir sitzen beide im Bus. Ich schreibe Tagebuch und Heinz arbeitet am Laptop. Um 22Uhr gehe ich auf einen Kontrollblick nach draussen, da es aufgehört hat zu schneien. Ich schaue in Richtung  Norden, kann aber nichts entdecken. Weil ich bei einem Hüttli Leute in den Himmel schauen sehe, gucke ich mal Richtung Südwesten und sehe zwischen den Wolken Nordlichter. Heinz stellt Stativ und Kamera auf und kann einige Bilder einfangen. Das kann unter Umständen eine lange Nacht werden, sollten sich die Wolken wieder verziehen 🙂

Juhui, es hat geschneit!

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Zwar nicht viel, aber es sieht nun doch wieder ganz schön winterlich aus. So montierte Heinz heute Mittag die Laufschuhe und ging joggen, während ich mit den Spikes an den  Wanderschuhen dem Weg für Pensionisten !?!, Hunden und Schneemobilen entlang marschierte und an alle diejenigen dachte, die nun am Lauberhornrennen sind…Nun um 15Uhr, während dem ich dies schreibe, ist es bei uns schon wieder ganz dunkel und gemütlich.

Wir treffen hier oft Touristen an, die sehr enttäuscht sind, weil sie in ihrer Woche Tromsö kein einziges Nordlicht gesehen haben. Wir sind uns sehr bewusst, welch Privileg es ist, dass wir so lange hier bleiben können und sind dankbar dafür. Auch wir haben in diesen drei Wochen erst an vier Abenden Polarlichter gesehen und an zwei Abenden schien der Mond so hell, dass sie nur sehr fein zu sehen waren. Zudem ist die prognostizierte hohe Sonnenaktivität noch nicht eingetreten.

Es wird uns immer mehr bewusst, welch riesengrosses Glück wir vor zwei Jahren hier in Tromsö gehabt hatten: drei Tage Schnee und dann in sieben Nächten Nordlichter. Aber das scheint nun ganz definitiv eine grosse Ausnahme gewesen zu sein!!

Wenn der erste Stock wegen Sturm geschlossen ist…

…bleibt kaum mehr überflüssiger Platz 🙂

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Da es gestern Abend so stark gestürmt hat, dass wir das Dach des Autos nicht hochfahren konnten, machten wir es uns unten im Bus „gemütlich“. Auch hier konnten wir bei Dauerregen gut schlafen:-) Wegen des Sturms konnten wir auch keine Nordlichter sehen und deshalb bearbeitete Heinz während einigen Stunden wieder seine Bilder. Es gelang ihm, ein 360° Panorama herzustellen, auf welchem Frühling-Sommer-Herbst- und Wintersternbilder sowie einige Nordlichter zu sehen sind.

Nachdem die Blogpanne wieder behoben ist, …

…bin ich wieder „auf Sendung“. Eine Softwarepanne beim Bloganbieter verhinderte, dass ich euch weitere Neuigkeiten liefern konnte.

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In dieser Woche findet in Tromsö das TIFF statt. Dieses internationale Filmfestival ist ja eine unglaublich intensive, spannende Angelegenheit. Während des Tages werden rund 42 Filme in den Kinos, im Kulturhaus, im Museum ab 09Uhr angeboten und eine Reihe Kurzfilme kann man sich openair anschauen. Da wir aber sonst zur Genüge draussen leben, ziehen wir die Filme drinnen vor. Tolle Filme aus Chile, DDR und Südkorea haben wir schon gesehen und morgen wollen wir uns noch zwei nordische Streifen anschauen.

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Beim Erkunden neuer Beobachtungsplätze fahren wir immer wieder an-für unsere Augen- wunderschönen Orten vorbei: Fjorde, an welche hohe Berge angrenzen, Rentiere in einem Dorf, verschneite Weiten…

130117_rentierDiese Gegenden können wir uns nun schon länger anschauen, da die hellen Stunden nun deutlich mehr sind. In diesen Tagen wir die Sonne wieder für kurze Zeit über dem Horizont aufgehen. Wir werden sie aber noch ein Weilchen nicht sehen, da im Osten hohe Berge die Sicht verdecken.
Leider verdecken auch Wolken die Sicht auf den Nachthimmel, so dass wir gestern unverrichteter Dinge von unserem eindrücklichen Beobachtungsplatz wieder abziehen mussten.

Ein unglaubliches Schauspiel am klaren Nachthimmel

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Schon am frühen Abend fuhren wir aus der Stadt weg Richtung Insel Kvaloya. An einem Platz, der uns dank Noemi und Michu schon vertraut ist, stellten wir die Kamera auf, weil auch schon das erste Nordlicht zu sehen war; zuerst noch etwas zaghaft, doch dann ging es in einer unglaublichen Vielfalt und Virtuosität los, dass es einem zwischenzeitlich fast den Atem verschlug…phänomenal, wunderschön, himmlisch, berührend. Dieses Schauspiel am Himmel zu beobachten, empfinden wir als grosses Privileg-und es hat ein sehr grosses Suchtpotential!! Dass es auch Einheimischen so ergeht, bestätigte uns eine Norwegerin. Als wir unsere Ausrüstung wieder einpackten, stellte sie ihr Auto bei uns an der Strasse ab und fragte, ob wir gute Bilder haben machen können. Sie war mit Hund und Fotoapparat unterwegs gewesen und hat diese Nordlichter ebenfalls eingefangen. Wegen des anhaltend schlechten Wetters seien das die ersten wirklich grossen Nordlichter seit dem 14. November gewesen. Müde und glücklich schlüpfen wir heute Nacht in unsere warmen Schlafsäcke im ersten Stock des VWBus.

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@Noemi, Michu, Barbara, Markus: Wir hätten es euch sehr gegönnt, hättet ihr die Nordlichter auch sooo schön sehen können. So haben wir heute fest an euch gedacht.

@Benj und Janina: Es gibt sie wirklich, die Nordlichter;-)